37. BERLINER SOMMER-UNI
09. – 15. September 2024
Künstliche Intelligenz und wie sie unsere Gesellschaft verändern wird


Das Programmheft ist erschienen.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der letzten und vorletzten Sommer-Uni wird es routinemäßig zugesandt.
Programmheft der 37. BERLINER SOMMER-UNI
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Inhalt



Grußwort

Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 36. BERLINER SOMMER-UNI,
2023 blickt die Freie Universität unter dem Motto 75 Jahre Freies Denken. Verantwortung bilden. Veränderung gestalten, auf ein Dreivierteljahrhundert bewegter Universitätsgeschichte zurück. Mehr als die Hälfte dieser Zeit ist die Berliner Sommer-Uni bereits Bestandteil unseres Angebotskanons und erfüllt den Anspruch der Hochschule, neben der Ausbildung klassischer Studierendenjahrgänge auch im Bereich der universitären Erwachsenenbildung Akzente zu setzen.

Programmatisch ist die Erwachsenenbildung der Aufklärung verpflichtet und verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Innovation in die Zivilgesellschaft zu tragen und wissenschaftliche Weltdeutungen in die öffentliche Diskussion zu stellen. Es entsteht so eine bedeutende Schnittstelle der Universität zur Zivilgesellschaft, zu akademischen und nicht akademischen Bildungsträgern, vor allem aber eben zu einem Publikum von großer Diversität. Die Formate der Berliner Sommer-Uni sind dabei partizipatorisch, denn Wissenschaft ist niemals eine Einbahnstraße. Sie kann nur funktionieren und innovativ sein, wenn sie Impulse aufnimmt und auf unterschiedlichsten Ebenen interagiert. Die Berliner Sommer-Uni schafft eben diesen Dialog mit verschiedenen Gruppen innerhalb und außerhalb der Universität und trägt damit nicht nur zur Wissensvermittlung bei, sondern versorgt die Freie Universität und alle anderen beteiligten Institutionen gewissermaßen mit Input und Inspiration von außen.

Es gilt hierbei stets, dass Bildung und Weiterbildung kein Selbstzweck sind. Eine starke, gebildete Zivilgesellschaft ist zentraler Schlüssel für die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit Das Oberthema der Berliner Sommer-Uni beschreibt den Ist-Zustand treffend: Globale Ordnung unter Stress. Es liegt auf der Hand, dass Wissen und Reflexion Grundvoraussetzungen für die Lösung von Problemen sind.

In diesem Sinne blicken wir nicht nur auf 75 Jahre Freie Universität und 36 Jahre Sommer-Uni zurück, sondern auch ganz besonders und mit Ehrgeiz und Gestaltungswillen nach vorn.

Ich wünsche Ihnen einen anregenden Austausch und viel Vergnügen beim Lehren und Lernen voneinander.

Univ.-Prof. Günter M. Ziegler
Präsident der Freien Universität Berlin
Schirmherr der 36. BERLINER SOMMER-UNI 2023



Einleitung

Die Periode nach dem Ende des Kalten Krieges sei endgültig vorüber, sagte UN-Generalsekretär Guterres in New York bei der Vorstellung einer Neuen Agenda für den Frieden. Er sieht die Welt auf eine neue Ära der Krisen und Konflikte zusteuern.
Es breche nun eine Zeit an, die bereits von einem hohen Ausmaß an geopolitischen Spannungen und Rivalitäten zwischen den Großmächten geprägt sei. Dies gefährde die Idee der Vereinten Nationen, wonach alle Länder zusammenarbeiten sollten, um globale Probleme zu lösen. Zu den größten Herausforderungen zählt Guterres unter anderem komplexe und tödliche Konflikte wie den russischen Krieg gegen die Ukraine, Sorgen vor einer möglichen nuklearen Eskalation, wachsende Ungleichheiten in den Gesellschaften sowie Angriffe auf Menschenrechte.

Die Frage nach der Zukunft der internationalen Ordnung beschäftigt uns. Die Bundesregierung bringt es auf den Begriff Zeitenwende. Mit der Annexion der Krim und der militärischen Intervention im Donbas entschied sich Russland 2014 dafür, imperialistische Interessen auf dem Wege der Konfrontation und des Krieges durchzusetzen. Spätestens der Krieg gegen die Ukraine hat die globale Ordnung der Zeit nach 1945 nachhaltig erschüttert. Sanktionen gegen Russland sollten als massive Strafmaßnahmen ein Einlenken herbeiführen – wie wirksam sind sie?

Russland führt den Krieg mit äußerster Brutalität und vertritt einen aggressiven Nationalismus. Zugleich verfolgt das Putin-Regime Regimekritiker und Minderheiten mit diktatorisch ausgeübter Macht, bricht Übereinkommen sowie Verträge und verletzt das Völkerrecht. Ihre historischen Erfahrungen ließen Polen und die baltischen Staaten schon lange vor Russlands Politik und dessen Großraumdenken mit Einflusszonen und Vasallenstaaten warnen. Doch wurden sie wahrgenommen? Das führt zu der Frage, ob Versäumnisse in Wissenschaft und Forschung zu konstatieren sind.

Die Zahl autoritärer Regime und die Anhänger autoritärer Politik in demokratischen Staaten ist im Wachsen, Italien, Frankreich Serbien, Tschechien, Ungarn – die Aufzählungen lässt sich fortsetzen. Können Gefahren abgeschätzt werden und welche Herausforderungen ergeben sich daraus? Die universelle Gültigkeit der Menschenrechte wird zunehmende in Frage gestellt.

Der Glaube an Wandel durch Handel und Dialog hat erkennbar Schaden genommen. Welche Konsequenzen können für Deutschlands Außenpolitik beschrieben werden? Die Komplexität macht vielleicht ein Beispiel deutlicher. So wird für China gesagt, dass wir es als Partner beispielsweise beim Kampf gegen den Klimawandel benötigen, gleichzeitig als einen Konkurrenten auf dem Gebiet der Wirtshaft erleben und in diesem Staat einen geostrategischen Rivalen, nicht zuletzt auch bei Auseinandersetzungen um Fragen der gesellschaftlichen Ordnungen, sehen müssen.

Real existierende Krisen zeigen Folgen in Einstellungen und Verhaltensweisen von Bürgerinnen und Bürgern. Es sind der Klimawandel mit seinen Folgen, die sozialen Langzeitwirkungen der Corona-Pandemie, der Krieg Russlands gegen die Ukraine mit seinen wirtschaftlichen Konsequenzen (Energie-versorgung, Inflation). Das Gefühl des Ausgeliefert-Seins ist eine Herausforderung für die Zivilgesellschaft. Der Ruf nach Fachkenntnis und Expertise ist nicht zu überhören, auch von Politikerinnen und Politikern. Und welche Steuerungskraft hat die Politik gegenwärtig? Gefahren und Prognosen aus Sicht der Wissenschaft werden uns die Beiträge an den nächsten Tagen vorstellen: der Bogen von umfassenden Sichten auf komplexe Systeme und deren Wechselwirkungen bis zum Hinterfragen unseres Verhaltens als Bürgerinnen und Bürger. Seminaristische Vorträge, thematisch ergänzende Besichtigungen und Führungen sowie kulturelle Veranstaltungen werden an den Nachmittagen unser Programm der Sommer-Uni abrunden.

Am Sonntag wird die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) vorgestellt; gelegen an der deutsch-polnischen Schicksalsgrenze trägt sie nachhaltig zur europäischen Integration bei. Mit ihrer Gründung im Jahr 1991 setzte sie als Lehr- und Forschungsstätte erstmals in Deutschland erfolgreich das Konzept einer Europa-Universität um. In diesem Jahr wurde das Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies eingerichtet, um die intensive akademische Beschäftigung mit Geschichte und Kultur, Politik und Gesellschaft der Ukraine in ihren europäischen Bezügen und globalen Verflechtungen zu ermöglichen.

In Altranft wird das Oderbruch Museum das einmalige Wassersystem mit über 1.000 Kilometer langen Gräben, die Menschen und ihre Kultur im Oderbruch präsentieren. Besichtigt wird das Schloss, ein Herrenhaus inmitten eines Landschaftsparks aus dem 19. Jahrhundert. Die ersten Konzepte für das Freilichtmuseum wurden bereits in den siebziger Jahren erarbeitet.

Bei den Fachvertreterinnen und Fachvertretern aus den verschiedenen Disziplinen, die bereitwillig Vorträge als Zusatzaufgabe übernommen haben, bedanken wir uns sehr. Insbesondere bedanken wir uns bei Prof. Dr. Harm Kuper, Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie, der für die Freie Universität Berlin an der Vorbereitung von Anfang an mitgewirkt hat. Und wir sind der Freien Universität Berlin und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insgesamt sehr dankbar für die gute Kooperation und die institutionelle Unterstützung.

Den vielen Mitgliedern der BERLINER AKADEMIE, die bei der Planung und Vorbereitung mitgeholfen haben und bei der organisatorischen Durchführung der 36. BERLINER SOMMER-UNI mitwirken, gilt ebenfalls unser Dank.

Ferdinand Nowak
für den Vorstand der BERLINER AKADEMIE für weiterbildende Studien e.V.


Veranstaltungsort
Freie Universität Berlin
Hörsaal 1b
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin



Montag, 28.08.2023
Russlands imperialistischer Krieg gegen die Ukraine

09:00 Eröffnung der 36. BERLINER SOMMER-UNI
Ferdinand Nowak, Vorsitzender der BERLINER AKADEMIE für weiterbildende Studien e.V.

09:15 – 10:45
Geschichte Osteuropas und Russlands Krieg gegen die Ukraine
Prof. Dr. Jörg Baberowski, HU Berlin

11:15 – 12:45
Russlands Krieg gegen die Ukraine
Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, HU Berlin, Wiss. Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOIS)

14:00
Grußwort des Präsidenten der FU Berlin
Univ.-Prof. Dr. Sven Chojnacki – Vizepräsident der FU Berlin

14:30 – 16:00
Initiative für eine Berliner Friedenskonferenz
Dr. Dominikus Vogl:
Anlass und Geschichte zur Initiative Berliner Friedenskonferenz
Dr. Armin Triebel:
Impuls zu den kommunikativen Voraussetzungen für tragfähige Friedensschlüsse
Karl-Heinz Niedermeyer:
Impuls zu einer Skizze für ein Update der KSZE—Schlussakte von Helsinki
Moderation: Dr. Eva Schulze
Hörsaal 1b

17:00
Eröffnungskonzert: HAUPTSACHE THEATER
Politisch motivierter Swing
Melanie Haupt und Jonathan Bratoeff
Im Hörsaal 1b

Gäste sind herzlich willkommen.
Der Eintritt ist kostenlos. Über Spenden freuen wir uns.



Dienstag, 29.08.2023
Weltpolitische Entwicklungen und das Völkerrecht

09:00 – 10:30
China und Geopolitik: Wie China sich im Globalen Süden neu positioniert
Univ.-Prof. Dr. Genia Kostka, FU Berlin

11:00 – 12:30
Recht und Unrecht – was kann das Völkerrecht leisten?
Univ.-Prof. Dr. Helmut Philipp Aust, FU Berlin

15:00 – 16:30
2A – Ausstellung Goldnarben Kintsugi
Führung durch die Ausstellung von einer der Kuratorinnen
Adresse:
Schloss Schönhausen
Tschaikowskistr. 1, 13156 Berlin
Teilnehmer: max. 25 Personen



Mittwoch, 30.08.2023
Gesellschaftliche Reaktionen

09:00 – 10:30
Krieg und Hunger – Weltweite Versorgungskrisen als Kriegsfolge
Dr. Bettina Rudloff, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

11:00 – 12:30
Potenziale der Zivilgesellschaft: Solidarisches Verhalten in der Krise
Prof. Dr. Swen Hutter, FU Berlin

14:00 – 15:30
3A – Erinnerungskultur – Die gesellschaftliche Rolle von Zeitzeugen
Dr. rer. nat. Philipp Sonntag
Raum JK 28/112

14:00 – 15:30
3B – Krisen und kein Ende. Die Berliner Tafel im Ausnahmezustand
Antje Trölsch, Geschäftsführerin Berliner Tafel
Raum JK 29/118

14:00 - 15:30
3C – Weiterbildung for future? Chancen und Herausforderungen der Weiterbildung in Krisenzeiten
Referentinnen: Studierende des Masterstudiums Bildungswissenschaft an der FU Berlin
Raum J 32/102



Donnerstag, 31.08.2023
Soziale und technische Gefährdungen:
Digitalisierung und KI

09:00 – 10:30
Krieg im Wandel: Begriffe, Formen und Theorien
Univ.-Prof. Dr. Sven Chojnacki, FU Berlin

11:00 – 12:30
Künstliche Intelligenz, Cyberkrieg und technische Infrastruktur
Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiller, FU Berlin

14:30 – 16:00
4A – Ausstellung Krisenalltag – Kommunikation in der Pandemie
Museum für Kommunikation
Führung
Adresse:
Leipziger Straße 16, 10117 Berlin
Kostenbeitrag: 6 €Teilnehmer: max. 20 Personen

15:00 – 16:30
4B – Vorstellung des Zentrums Librale Moderne
Maria Sannikova-Franck
Adresse: Reinhardtstraße 15, 10117 Berlin
Teilnehmer: max. 20 Personen

18:00
4C – Verkehrt, aber nicht völlig falsch
Duo Plückhahn & Vogel
Hörsaal 1b
Kostenbeitrag: 10 €



Freitag, 01.09.2023
Politische Optionen

09:00 – 10:30
Sanktionen gegen Russland – was ist ihre Wirkung?
Prof. Dr. Alexander Libman, FU Berlin

11:00 – 12:30
Die Internationale Politik der Menschenrechte
Prof. Dr. Tobias Berger, FU Berlin

14:00 – 15:30
5A – Einsatz für Menschenrechte: Amnesty International und Stiftung für Menschenrechte
Dr. Julia Duchrow, stellvertretende Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland
Raum J 32/102

14:00 – 15:30
5B – ProjectTogether gGmbH, Berlin
Jonathan Funke
Raum JK 29/118

15:00 – 16:30
5C – Liberale Ordnungen jenseits des Nationalstaats
Prof. Dr. Tanja Börzel, FU Berlin
Raum JK 28/112

15:00 – 16:30
5D – Ausstellung Motherland
Valeria Schiller, Kuratorin
Führung
Ephraim-Palais, Poststr. 16, 10178 Berlin
Teilnehmer: max. 15 Personen
Kostenbeitrag: 10 €



Samstag, 02.09.2023
Die Gesellschaft, in der wir leben werden

09:00 – 10:30
Verliert die Politik an Steuerungskraft? Beobachtungen zum Wandel des Politischen in der Gegenwartsgesellschaft
Prof. Dr. Martin Sabrow, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF)

11:00 – 12:30
Den Fachleuten vertrauen? Expertise in einer sich wandelnden Gesellschaft
Prof. Dr. Michael Zürn, Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)

12:30 – 13:00
Rückblick und Ausblick auf die 37. BERLINER SOMMER-UNI 2024
Univ.-Prof. Dr. Harm Kuper, Freie Universität Berlin
Ferdinand Nowak, BERLINER AKADEMIE für weiterbildende Studien e.V.
N.N., Humboldt-Universität zu Berlin



Sonntag, 03.09.2023
Exkursion

07:30 – 19:30
7A – Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und Oderbruch Museum Altranft
(max. 50 Personen)
Mit der Eröffnung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) am 6. September 1991 als Lehr- und Forschungsstätte an der deutsch-polnischen Schicksalsgrenze wurde erstmals in Deutschland das Konzept einer Europa-Universität erfolgreich umgesetzt.
Bereits von 1506 bis 1811 war Frankfurt (Oder) mit der Universitas Francofurtensis Sitz der ersten brandenburgischen Landesuniversität, gegründet unter Kurfürst Joachim I.
Zu den berühmtesten Namen in den Matrikelbüchern der alten Oderuniversität zählen die Gebrüder von Humboldt, Ulrich von Hutten, Carl Philipp Emanuel Bach, Thomas Müntzer und Heinrich von Kleist.

BERLINER SOMMER-UNI 2024

37. BERLINER SOMMER-UNI mit der Humboldt-Universität zu Berlin
09. – 15. September 2024
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