Rechenschaftsbericht 2018 des Vorstandes

Die Vorbereitung und Durchführung der 33. BERLINER SOMMER-UNI stand im Jahr 2018 im Mittelpunkt der Arbeit des Vorstandes - und wohl auch im Zentrum unseres Vereinslebens bei unseren ehrenamtlich aktiven Mitgliedern. Sie wurde gemeinsam mit der Freien Universität Berlin zum Thema "Afrika - Herkunft und Schicksal der Menschheit / Wissenschaftliche Erkenntnisse - politische Herausforderungen" veranstaltet.


Die im Rahmen des 41. Studienjahres der Seniorenuniversität 2018/19 an der Charité im Oktober 2018 begonnene Vortragsreihe "Berlin - Afrika / Afrika - Berlin" setzt mit vielfältigen Fragestellungen das Thema der BERLINER SOMMER-UNI fort und wird bis Mai 2019 laufen. Die vorangegangene Vortragsreihe, die im Oktober 2017 begonnen hatte, stand unter dem Motto "Naturerkenntnisse und Kulturtechniken von Humboldt bis heute" und lief bis April 2018.


Die Zusammenarbeit mit dem Sender Deutschlandfunk Nova zur Verbreitung einzelner Plenar-Vorträge der BERLINER SOMMER-UNI durch Ausstrahlung von Mitschnitten unserer Veranstaltungen wurde fortgesetzt.


Unser reges Vereinsleben belegen sieben Mitgliedertreffen und die Jahresmitglieder-versammlung sowie das wie immer gut besuchte adventliche Beisammensein.


1. Mitgliederentwicklung
Die Zahl unserer Mitglieder hatte sich am 31.12.2018 mit 182 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr um sieben vergrößert. Wir hatten zwei Todesfälle in unserer Mitgliedschaft zu beklagen: Brigitte Telidetzki und Annemarie Timme. Aus Alters- und Gesundheitsgründen oder auch ohne Angabe von Gründen sind zwölf Mitglieder ausgeschieden, was durch insgesamt einundzwanzig Neueintritte (Vorjahr acht) ausgeglichen werden konnte.


2. Vorstandstätigkeit, Beirat und Geschäftsstelle
Zum Vorstand gehören Ferdinand Nowak als Vorsitzender, Traugott Klose als Stellvertretender Vorsitzender, Carl Brodersen als Schatzmeister, Maria Romberg als Schriftführerin und Margot Weiß als weiteres Vorstandsmitglied für unsere Vortragsreihe an der Charité.

Dem Beirat der BERLINER AKADEMIE gehören Prof. Dr. Harm Kuper (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Aiga von Hippel (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Annette Mayer (Technische Universität Berlin) und Prof. Dr. Johannes W. Erdmann (Universität der Künste) an. Die nächste Sitzung wird nach bisheriger Terminplanung voraussichtlich im Februar stattfinden und die im vergangenen Jahr aufgenommene Diskussion zu einer stärkeren Einbeziehung Studierender in die Arbeit der Berliner Akademie fortsetzen und konkretisieren. Insbesondere eine Besprechung bei der Vizepräsidentin für Lehre und Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Eva Inés Obergfell hat zur Identifikation von konkreten Vorhaben geführt. Wir hoffen auch, die Beratungen zu einer aktualisierten Kooperationsvereinbarung mit den vier Partneruniversitäten zu einem Abschluss zu bringen.

Der Vorstand trat zu neun Sitzungen zusammen. Für die Mitglieder gab es insgesamt neun Treffen. Bei der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der 33. BERLINER SOMMER-UNI engagierten sich ehrenamtlich neben dem Vorstand Helmut Bott, Antje Bredtfeld, Anne Hansi, Dr. Ellen Heymann, Frank Isernhagen, Karin und Manfred Klemann, Kurt Manderscheid, Renate Mehta, Ingeborg Muckenheim, Gudrun Pelz, Monika Raatz, Dorothee Stegmeier, Inge Tietz, Ellen Weiß, Monika Wulff, Ingrid Zachow und Helga Zumnorde - ohne deren tatkräftige Unterstützung könnte keine Sommer-Uni ausgerichtet werden. Die Freie Universität Berlin wurde kontinuierlich durch Prof. Dr. Harm Kuper und seine Mitarbeiterin Jessica Gerke vertreten.

Den Dienst in der Geschäftsstelle nehmen weiterhin dienstags Ingrid Zachow und freitags Ingeborg Muckenheim wahr.


3. Berliner Sommer-Uni
Die 33. BERLINER SOMMER-UNI 2018 hatte das Thema "AFRIKA - Herkunft und Schicksal der Menschheit / Wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Herausforderungen" und wurde gemeinsam mit der Freien Universität Berlin in der Zeit vom 27. August bis 2. September 2018 im Universitätsgebäude an der Habelschwerdter Allee 45 in Berlin-Dahlem ausgerichtet.

Es gab 340 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 33 auswärtige (außerhalb der Region Berlin). Damit ist die Zahl der Anmeldungen um mehr als ein Drittel gestiegen, bei den Tageskarten haben sich die Anmeldungen vervierfacht. Die Mehrzahl stammt nach wie vor aus dem Kreis der Mitgliedschaft sowie von Freunden und Bekannten sowie früheren Teilnehmenden, die wie in jedem Jahr mit dem Programmheft per Post eingeladen werden. Erstmals seit längerer Zeit ist wieder eine Steigerung gelungen und wir konnten neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewinnen.

Öffentlichkeitsarbeit und Werbung waren intensiv, wobei mit der FUB hier ein engagierter Partner mitwirkte. Nachhaltig wurde die Veranstaltung auch innerhalb der FUB beworben. Prof. Dr. Harm Kuper, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Arbeits-bereich Weiterbildung und Bildungsmanagement, vertrat die FUB in der Kooperation und mit ihm gemeinsam gelang es, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die jeweils zwei, am Montag drei, Vorträge an den Vormittagen zu gewinnen.

Für das Thema "Migration aus Afrika" haben wir dieses Schema erstmals abgewandelt. Zunächst wurde der sehr anrührende Dokumentarfilm "Als Paul über das Meer kam" vorgeführt. Anschließend standen für Erläuterungen und für die Diskussion der junge Regisseur und sein afrikanischer Protagonist zur Verfügung.

An vier Nachmittagen wurden neben fachlichen Ergänzungen und vertiefenden Veranstaltungen auch zum Rahmenthema passende Besichtigungen und Führungen angeboten, insgesamt waren es 34 Veranstaltungen.

Am Eröffnungstag begrüßte der Präsident Prof. Dr. Günter Ziegler, der erst kurz zuvor sein Amt in der Nachfolge von Prof. Dr. Peter-André Alt angetreten hatte, die Teilnehmenden und benannte die wissenschaftlichen Impulse von Experten sowie den interdisziplinären Austausch zu aktuellen Konzepten und Fragestellungen als Kern der Sommer-Uni. Zugleich betonte er die Tradition der guten Zusammenarbeit bei der Präsentation des in der Freien Universität Berlin erarbeiteten und diskutierten Wissens.

Im Eröffnungskonzert boten Abdoul Aziz Sinka und Djelifiy Sako, Musiker aus Burkina Faso und Mali, afrikanische Rhythmen und groovende Melodien aus Westafrika und verwoben teilweise alte Melodien und Volksweisen mit modernen Stilelementen.

Auf eine Reise zu dem indigenen Volk der Ju/´Hoansi nahm uns Paul Wernicke, Gründer und Leiter der Wildnisschule Hoher Fläming in Bad Belzig, mit. "Spurensuche in der Kalahari" bedeutet das meisterhafte Lesen, Verstehen und Verfolgen von Fährten - als Voraussetzung für das Überleben in einer der wasserärmsten Gegenden dieser Erde.

Den Abschluss bildete am Sonntag die Exkursion mit 80 Teilnehmenden in die Niederlausitz, eine durch Bergbau (wie manchmal auch in Afrika) vollständig veränderte Region. Besichtigt wurde bei Lichterfeld das Industriedenkmal einer Abraumförderbrücke mit einer Höhe von 80 Metern, Breite von 200 Metern und einer Länge von 500 Metern. Durch Rekultivierung entsteht heute in der Region die größte Seenlandschaft Europas mit der Stadt Senftenberg als Zentrum für den Tourismus. Für diese gelungene Exkursion gebührt Monika Wulff – wie auch in den Vorjahren – besonderer Dank.

Ermöglicht wird die BERLINER SOMMER-UNI stets erst durch das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder, die bei Planung, Vorbereitung und Durchführung sowie Auswertung kompetent und engagiert mitwirken.


4. Vortragsreihe
Zwischen Januar und April gab es acht weitere Vorträge unserer Reihe "Naturerkenntnisse und Kulturtechniken von Humboldt bis heute" im 40. Studienjahr der Seniorenuniversität an der Charité, die thematisch an die BERLINER SOMMER-UNI an der Humboldt- Universität zu Berlin anschloss. Die Verantwortung (u.a. Auswahl der Themen, Suche nach Referenten) hatte Margot Weiß als Vorstandsmitglied für die Vortragsreihe. Alle Veranstaltungen waren mit jeweils 100 bis 150 Teilnehmern sehr gut besucht.

Am 19. September wurde das 41. Studienjahr der Seniorenuniversität an der Charité eröffnet. Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey (Vice Prodean für Studium und Lehre der Charité / Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft) begrüßte die Anwesenden und überbrachte auch die Grüße von Prof. Dr. Florian Beuer, der terminlich verhindert war.

Für die Berliner Akademie für weiterbildende Studien e.V. als Kooperationspartner wurde vom Vorsitzenden Ferdinand Nowak ein Grußwort vorgetragen und anschließend stellte Margot Weiß, Beauftragte für die Seniorenuniversität, die Themen der Vortragsreihe vor.


5. Mitgliedertreffen

  • 27. Januar 2018 - Mitgliederversammlung 2018
  • 03. März 2018 - Vorbereitung der SOMMER-UNI 2018
    Stand der Vorbereitungen, Diskussion über erfolgreiche und wenig erfolgreiche Werbemaßnahmen, Ankündigung einer Gründung von zwei Arbeitsgruppen: Gewinnung neuer Mitglieder und Werbung zur Sommer-Uni
  • 07. April 2018 - Wolfgang Holtz, ehem. Leiter des Heimatmuseums Steglitz:
    Die Neue Photografische Gesellschaft (NPG)
    Von Arthur Schwarz 1897 in Lankwitz gegründet, wurde sie Deutschlands größte Fotofabrik für die Massenproduktion von Ansichtskarten, Fotografien, Landschaftsbilder in bester Qualität schwarzweiß und koloriert. Hier erfand der Chemiker Dr. Rudolf Fischer und sein Mitarbeiter 1911 die Farbfotografie. 1921 endete der Betrieb in der Siemensstraße.
  • 05. Mai 2018 - Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean.
    Klimawandel – (k)ein Grund zur Sorge?
    Der Referent erläutert das Klimasystem und dessen diverse Wechselwirkungen, sowie menschliche Eingriffe durch Treibhausgase und Landwirtschaft. Die Erderwärmung nimmt zu, auch die Niederschläge. Der CO-2-Gehalt steigt stetig an. Deicherhöhungen und besserer Katastrophenschutz sind ein Teil einer Antwort, aber Maßnahmen zur CO-2-Reduzierung sind zwingend erforderlich, um den Temperaturanstieg langfristig zu begrenzen.
  • 02. Juni 2018 - Wolfgang Holtz: Kulturhistorische Führung zum Thema "Der botanische Garten - Geschichte, Skulpturen und Gräber"
    Im 17. Jahrhundert als Obst- und Küchengarten des Berliner Stadtschlosses entstand der heutige Lustgarten. Verlegung des Gartens nach Groß-Lichterfelde und Gründung der Zentralstelle für die deutschen Kolonien in den Jahren 1897-1910 nach Plänen des Architekten Alfred Koerner und unter Leitung des Gartendirektors Adolf Engler. Der Botanische Garten mit 20.000 Pflanzenarten gehört zu den größten und artenreichsten botanischen Gärten der Welt. In der Pause gab es von Frau Gütgemann-Holtz selbst gebackene Keksen in Blattform.
  • 16. Juni 2018 - Silvena Garelova: "Balkans, let’s get up!"
    Ein Bericht über politische Bildung auf dem Balkan (zusätzliches Treffen).
    Balkans, let's get up! fördert die aktive Bürgerschaft junger Erwachsener durch entsprechende Bildungsangebote. Und befähigt sie zu aktivem Mitgestalten. Sie werden motiviert, Verantwortung zu übernehmen. So wird eine Kultur der verantwortungsvollen Führung und Teamarbeit unter aktiven jungen Menschen etabliert. Silvena Garelova vertrat die HUB engagiert und erfolgreich bei der 32. Berliner Sommer-Uni 2017.
  • 06. Oktober 2018 - Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, Leiter der Abteilung zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre:
    In Berlin ist alles anders - Erfahrungen und Einschätzungen eines Zugezogenen
    Der Bayer Prof. Beuer schildert in seinem Vortrag sein bisheriges Leben in Bayern mit all‘ dem, was ihm an den Bayern lieb und teuer ist. Dieses Erleben vergleicht er mit den Erfahrungen nach drei Jahr Berlin, mit Wohnung in Potsdam. Zur Überraschung der meisten Anwesenden stellt er mehr Gemeinsamkeiten der Mentalität mit den Berlinern fest, als Unterschiedlichkeiten. Im zweiten Teil seines Vortrags berichtet Prof. Beuer über moderne Verfahren der Zahnheilkunde und Prothetik.
  • 03. November 2018 - Prof. Dr. Andreas Degkwitz, Direktor der Jacob- und Wilhelm-Grimm-Universitäts-Bibliothek der Humboldt-Universität
    Vortrag und Besichtigung
    Hier sind die Universitätsbibliothek und der Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität vereint. In dem 2009 eröffneten Gebäude stehen in attraktiver Architektur rund 2 Millionen Ba¨nde aus den Fachgebieten der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Wirtschaftswissenschaften, eine Vielzahl an elektronischen Zeitschriften, Bu¨chern und Datenbanken zur Verfügung. Erläutert werden die Bedeutung von Universitätsbibliotheken, die zukünftige Entwicklung, der Quellenschutz digitaler Medien.


6. Außenkontakte
Die BERLINER AKADEMIE ist institutionelles Mitglied der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) und deren Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAGWiWA) sowie von European Federation of Older Students (EFOS). Diese Beteiligung am Informationsaustausch der deutschen und zahlreicher europäischer Universitäten und Hochschulen auf dem Gebiet der Weiterbildung für Senioren ermöglicht das Lernen von Erfahrungen und Ideen anderer Einrichtungen.

An der TH Köln, die mit 26.000 Studierenden die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland ist, fand die Jahrestagung der DGWF vom 5. bis 7. September 2018 statt zum Thema "Transferorientierung in der wissenschaftlichen Weiterbildung - Wissen gesellschaftlich wirksam machen".

Die Jahrestagung der BAGWiWA wurde in der Zeit vom 28. Februar bis 2. März 2018 an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg ausgerichtet zum Thema "Intergenerationalität an Hochschulen - Wunsch oder Wirklichkeit? Herausforderungen für die generationsübergreifende wissenschaftliche Weiterbildung Älterer".

Seit fast drei Jahrzehnten kooperiert die Berliner Akademie mit der Seniorenuniversität der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Gemeinsam werden Vorlesungen im Wechsel von pro seniores - Verein zur Förderung der Seniorenuniversität Berlin e.V., der im Jahr 1995 gegründet wurde, und der Berliner Akademie auf dem Campus Virchow-Klinikum angeboten. In regelmäßigen Gesprächen aller drei Beteiligter werden Überlegungen zur Fortentwicklung der Charité-Vortragsreihe angestellt wie auch Möglichkeiten zum Ausbau der Zusammenarbeit erörtert.


Der Vorstand
Ferdinand Nowak, Traugott Klose, Carl Brodersen, Maria Romberg, Margot Weiß

Rechenschaftsbericht 2018

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