Rechenschaftsbericht 2019 des Vorstandes

Die Vorbereitung und Durchführung der BERLINER SOMMER-UNI, die als 34. seit 1985 diesmal gemeinsam mit der Universität der Künste zum Thema "Kultureller Austausch und Heimat - Was Künste zu Identitäten beitragen" veranstaltet wurde, stand im Jahr 2019 im Mittelpunkt der Arbeit des Vorstandes - und wohl auch im Zentrum unseres Vereinslebens mit unseren ehrenamtlich aktiven Mitgliedern.

Im Rahmen des 42. Studienjahres der Seniorenuniversität 2019/20 an der Charité begann im Oktober 2019 unsere Vortragsreihe "Kultur - Kiez und Kosmos" und setzte mit vielfältigen Fragestellungen das Thema der BERLINER SOMMER-UNI fort; sie wird bis Mai 2020 laufen. Die vorangegangene Vortragsreihe, die im Oktober 2018 begonnen wurde, stand unter dem Motto "Berlin - Afrika / Afrika - Berlin" und endete im Mai 2019.

Die Zusammenarbeit mit dem Sender Deutschlandfunk Nova zur Verbreitung von Plenar-Vorträgen der BERLINER SOMMER-UNI durch Ausstrahlung von Mitschnitten unserer Veranstaltungen wurde über das Jahr 2019 fortgesetzt.

Unser reges Vereinsleben belegen sieben Mitgliedertreffen, die Jahresmitglieder-versammlung sowie das stets gut besuchte adventliche Beisammensein.


1. Mitgliederentwicklung

Die Zahl unserer Mitglieder hatte sich am 31.12.2019 mit 196 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr um 14 erhöht. Aus Alters- und Gesundheitsgründen oder auch ohne Angabe von Gründen sind 11 Mitglieder (Vorjahr 12) ausgeschieden, was durch insgesamt 25 Neueintritte (Vorjahr 21) ausgeglichen werden konnte.


2. Vorstand, Beirat und Geschäftsstelle

Der Vorstand bestand aus Ferdinand Nowak als Vorsitzender, Traugott Klose als Stellvertretender Vorsitzender, Carl Brodersen als Schatzmeister, Maria Romberg als Schriftführerin und Margot Weiß als weiteres Vorstandsmitglied für unsere Vortragsreihe mit der Charité. Der Vorstand trat im Jahr 2019 zu 14 Sitzungen zusammen.

Dem Beirat der BERLINER AKADEMIE gehörten Prof. Dr. Harm Kuper (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Aiga von Hippel (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Annette Mayer (Technische Universität Berlin) und Prof. Dr. Johannes W. Erdmann (Universität der Künste) an. Im Jahr 1997 hatten die BERLINER AKADEMIE und die vier Berliner Universitäten eine Vereinbarung zur Kooperation auf wissenschaftlicher und künstlerischer Basis abgeschlossen. Die Entwicklung der Zusammenarbeit seit diesem Zeitpunkt über zwei Jahrzehnte hin zu den heutigen Gegebenheiten bildet diese Vereinbarung nicht mehr ab. Die Neufassung beriet der Beirat gemeinsam mit dem Vorstand abschließend auf seiner Sitzung am 29. November und im Anschluss wurde diese den Universitätsleitungen übermittelt.

Die im Beirat geführte Diskussion zu einer stärkeren Einbeziehung Studierender in die Arbeit der Berliner Akademie findet bei der Planung des Programms für die 35. BERLINER SOMMER-UNI Berücksichtigung.

An den Sitzungen der Arbeitsgruppe für die Vorbereitung der 34. BERLINER SOMMER-UNI nahmen neben dem Vorstand regelmäßig Helmut Bott, Monika Wulff und Helga Zumnorde teil. Die Universität der Künste wurde kontinuierlich durch Prof. Dr. Norbert Palz und seinen Mitarbeiter Ferdinand List vertreten. Die Helferinnen und Helfer für die Sommer-Uni kamen zu vier Treffen zusammen, zu denen auch intensive Ortsbegehungen und Erprobungen sowie Abstimmungen zu Abläufen und Technik gehörten.

Den Dienst in der Geschäftsstelle nahmen weiterhin Ingrid Zachow (dienstags) und Ingeborg Muckenheim (freitags) wahr.


3. Berliner Sommer-Uni

Die 34. BERLINER SOMMER-UNI hatte das Rahmenthema Kultureller Austausch und Heimat - Was Künste zu Identitäten beitragen und wurde gemeinsam mit der Universität der Künste vom 26. August - 1. September 2019 im Universitätsgebäude Bundesallee 1-12 in Berlin-Charlottenburg veranstaltet.

Es gab 238 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 30 auswärtige (außerhalb der Region Berlin). Im Vergleich zum Vorjahr an der Freien Universität (340 / 35) war das ein deutlicher Rückgang wieder auf das Niveau, das wir auch in den vier Jahren vor 2018 hatten. Eine Ursache dafür könnte sein, dass das Programmheft erst spät fertiggestellt und ausgeliefert wurde (9.Juli) und auch mit der Öffentlichkeitsarbeit durch uns und die UdK keine breitere Aufmerksamkeit in für unsere Klientel wichtigen Medien erreicht werden konnte. Dabei zeigt der größere Erfolg des Vorjahres und der früherer Jahre (Maximum 2006: 475), das Potential könnte viel größer sein.

Die Mehrzahl unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammte nach wie vor aus dem Kreis der Mitgliedschaft sowie von deren Freunden und Bekannten sowie früheren Teilnehmenden, die wie in jedem Jahr per Post mit dem Programmheft eingeladen wurden. Das vorher im Mai in größerer Stückzahl fertiggestellte und verteilte Ankündigungsfaltblatt und damit unser Internetauftritt zur Sommer-Uni kamen wohl auch erst spät und haben offenbar zu wenig neues Interesse an der Teilnahme geweckt.

Auch die Zusammenarbeit mit BAG WiWA (siehe unter 6.) sollte eigentlich überregional bei Gasthörern an anderen Universitäten für die Teilnahme an der Sommer-Uni und für eine Reise nach Berlin werben und war noch nicht erfolgreich, obwohl in diesem Jahr erstmals ein spezieller Kurs zum Kennenlernen und Einüben von Berichterstattung im Internet und in sozialen Medien während der Sommer-Uni überregional beworben und von Dr. Markus Marquard (Universität Ulm) angeboten wurde. Dieser Ansatz wird weiter verfolgt.

Die inhaltliche Vorbereitung der Sommer-Uni wurde in einer kleinen Gruppe aus dem Vorstand zusammen mit dem Ersten Vizepräsidenten der UdK Berlin getragen. Prof. Dr. Norbert Palz hat es sich nicht nehmen lassen, neben seinen vielen weiteren Verpflichtungen, auch selbst Kolleginnen und Kollegen aus der UdK persönlich anzusprechen und zur Übernahme von Vorträgen zu bewegen. Für die Klärung von organisatorischen Fragen hat er erst spät personelle Unterstützung innerhalb der UdK gehabt, so dass es zu den oben genannten Verzögerungen bei der Festlegung des Programms kam.

Das ehrenamtliche Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der Berliner Sommer-Uni auf Seiten der Berliner Akademie war wie immer in den letzten Jahren sehr gut. Helga Zumnorde hat nicht nur wieder die Zusammenstellung des Programmheftes übernommen, sondern auch erstmals die Koordination des Kreises der Helferinnen und Helfer in Nachfolge von Anne Hansi. Ihnen allen ist wieder für die engagierte Mitarbeit zu danken.

Beim Ablauf der diesjährigen Berliner Sommer-Uni ist wieder eine gute Dramaturgie gelungen: Nach der Begrüßung und Einführung durch UdK-Vizepräsident Norbert Palz und Ferdinand Nowak sprach als erster Bundestagspräsident a. D. Dr. Wolfgang Thierse zum Thema "Das neue Interesse an Heimat und die Kulturpolitik". Der Begriff "Heimat" sei bei der großen Mehrheit unserer Bevölkerung positiv besetzt, zugleich aber ein Kampfbegriff in der politischen Kontroverse geworden. Sinnvoll sei es, über "Beheimatung" zu sprechen, weil es vor allem auf den Prozess der Identitätsentwicklung im gesellschaftlichen Umfeld ankomme.

Das anschließende Gespräch von Norbert Palz mit Wolfgang Thierse und der Regisseurin Sherry Hormann bot einen Gewinn aus sehr persönlichen Einsichten und beruflichen Erfahrungen. Beide bekannten sich zur Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Engagements beim Ringen um Werte, Traditionen und Religionen.

Prof. Dr. Hans-Dieter Gelfert erläuterte, wie und warum sich nationaltypische Eigenheiten bei Kultur und Identität in den angelsächsischen Ländern und in Deutschland heraus-bildeten. Die Vorträge von Wolfgang Thierse und Hans-Dieter Gelfert sind jetzt auch auf unserer Webseite nachlesbar.

Im weiteren Verlauf der Woche gab es eindrucksvolle Präsentationen aus Philosophie und Medienwissenschaft, zur Erzählkunst und zu zeitgenössischem Musiktheater, zur Rolle von Architektur beim Thema Heimaten und Identitäten. Eine Gruppe von zehn jungen Medienkünstlerinnen und -künstlern aus fünf verschiedenen Ländern stellte gemeinsam ihre Arbeiten vor bei der Auseinandersetzung mit dem künftigen Humboldt Forum als Museum außereuropäischer Kunst und in Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit vieler Ausstellungsstücke.

An den Nachmittagen gab es insgesamt 24 Veranstaltungen. In kleineren Runden wurde über Vielfalt und Begegnung der Religionen und Kulturen in Berlin diskutiert, über Beispiele gelungener Integration durch Kunst bei Immigranten und Flüchtlingen berichtet und Beheimatung durch Architektur vorgeführt. Dazu wurden vier Kulturveranstaltungen geboten: "Jazz zwischen den Welten", "Casting Clara" in der Neuköllner Oper, einen Vortrag über Theodor Fontane (auch lange Zeit in der Fremde) und den Briefwechsel mit seiner Frau Emilie sowie über die "Blaue Karawane entlang der Seidenstraße".

Am Samstag führte der Spannungsbogen unserer Dramaturgie noch einmal zur Auseinandersetzung mit der aktuellen kulturpolitischen Debatte. Prof. Dr. Micha Brumlik stellte die Traditionslinien rechtsintellektueller Kreise vor. Dr. Andreas Görgen (Auswärtiges Amt) behandelte "Deutsche Identität und Kulturarbeit im Ausland", den Austausch mit anderen Kulturen und die Spannungsverhältnisse und Widersprüche, die dabei auftreten.

Den Abschluss bildete am Sonntag wieder eine Bus-Exkursion mit 58 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie führte angesichts des Fontane-Jubiläums in seinen Geburtsort Neuruppin und in die dortige Fontane-Ausstellung.


4. Vortragsreihe

In unserer Reihe "Berlin – Afrika / Afrika – Berlin" im 41. Studienjahr der Seniorenuniversität an der Charité gab es zwischen 16. Januar und 15. Mai 2019 acht weitere Vorträge: Bionik – Entdeckungsreise in das Ideenreich Natur, Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR, Schutz der Geparde in Afrika, Erforschung der Flora Afrikas an der Botanischen Zentralstelle für die deutschen Kolonien, Georg Schweinfurths ägyptische Pflanzensammlung im Botanischen Museum, Bildungsoffensive für Ost-Afrika – Persönliche Erfahrungen eines Wissenschaftlers und Stifters, Landnutzung in Afrika – Investoren kontra Kleinbauern, Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten – Migrationen, Religionen und Emotionen in Berlin (Pfingstkirchen). Die Verantwortung für die Reihe mit der Auswahl der Themen und der Suche nach geeigneten Referenten hatte weiterhin Margot Weiß. Während ihrer unerwarteten Erkrankung (Dezember 2018 und Januar 2019) übernahmen Traugott Klose und Maria Romberg die Vertretung.

Am 25. September 2019 wurde das 42. Studienjahr der Seniorenuniversität eröffnet. Prof. Dr. Florian Beuer (Charité), Dr. Bernhard Peisker (pro seniores e.V.) und Ferdinand Nowak begrüßten die Anwesenden. Vorträge hielten Professor Dr. Karl Max Einhäupl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charité ("Charité: Auf dem Weg zum Elitezentrum der Medizin?") und Dr. Dorothee Nolte, Redakteurin beim Tagesspiegel ("Die Jugend beginnt erst recht im Alter – Alexander von Humboldts späte Jahre").

Im Herbst 2019 wurden die ersten drei Vorträge von insgesamt elf zum Thema "Kultur – Kiez und Kosmos" gehalten. Ein Bericht über "Baubezogene Kunst in der DDR" musste wegen Krankheit des Referenten sehr kurzfristig ausfallen. Mit glücklicher Überzeugungskraft konnte ein Dozent der Sommer-Uni gewonnen werden, seinen neu vorbereiteten Vortrag "Bauhauskünstler. Kreativität zwischen Mythos, Habitus und Profession" zu halten. Einen eindrucksvollen Beitrag zu Architektur, Aufgaben und Plänen des House of One gaben uns deren theologische Referenten (Kantorin und Imam). Eine Kunsthistorikerin referierte aus ihrer über 25jährigen Erforschung des Totenkronenbrauchs. Eine Professorin für Industrie-Design übermittelte aus ihrer langjährigen Berufstätigkeit im Ausland ihre Erfahrungen über das Leben der Alten in Hongkong und Südchina zum Thema "Barrieren und Barrierefreiheit".

Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war in der Summe geringer als in den vorigen Jahren. Das Feedback zu den Themen und Dozenten war überwiegend positiv, sehr gut kamen immer Vorträge in freier Rede an.

Die im Oktober 2017 eingerichtete Facebook-Seite erforderte kontinuierliche Betreuung mit einem hohen Zeitaufwand und wurde im November 2019 gelöscht. Neue Interessenten konnten wir dadurch leider nicht gewinnen.


5. Mitgliedertreffen

  • 26. Januar 2019 - Mitgliederversammlung 2019
  • 2. März 2019 - Lotte Burkhardt
    Nicht nur Griechisch und Latein - in Pflanzennamen stecken auch geehrte Personen
    Die Referentin hat ein Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen erstellt. Durch ihre ehrenamtliche Arbeit im Botanischen Garten Berlin ist die Idee zu diesem Hobby entstanden. Es ist ein Nachschlagewerk für Wissenschaftler und Pflanzenliebhaber geworden, die etwas über den Namen ihrer Zimmer- und Gartenpflanzen wie Fuchsie und Dahlie wissen möchten. Das Werk ist Ergebnis mehrjähriger Recherche von Lotte Burkhardt und eine bemerkenswerte Einzelleistung in der Wissenschaft.
    Eponymische Pflanzennamen leiten sich von einem Eigennamen ab. Die Ehrung von Personen durch Nennung ihres Namens im Namen einer Pflanzengattung ist eine besondere und häufige Form der Anerkennung. Sie ist möglich, wenn eine Gattung neu wissenschaftlich beschrieben wird.
  • 6. April 2019 - Prof. Dr. Thorsten Koch
    Datenkonvergenz oder wie künstliche Intelligenz mehr über Sie weiß als Sie selbst
    Zu Gast im Konrad Zuse-Institut zeigte der Referent, was man sich in den 1950er Jahren von Computern erhoffte und was davon bis heute nicht erreichbar ist. So kann für die Abschätzung der Zukunft nur die Vergangenheit herangezogen werden. Er erläuterte auf praktische und verständliche Art, wo überall wir unsere Daten hinterlassen und welche Rückschlüsse daraus möglich sind. Auch auf einen Konflikt ging er ein: für inländische Unternehmen schließen Datenschutzgesetze viele Zusammenführungen von Daten aus, für große internationale Unternehmen, die sich über alle Regeln hinwegsetzen, gilt das nicht.
  • 4. Mai 2019 - Dr. Siegfried Heimann, Priv. - Doz. Otto-Suhr-Institut FUB
    100 Jahre Deutsche Revolution - von der Novemberrevolution bis zu den Märzkämpfen
    Ein Rückblick auf die Zeit der Novemberrevolution und ihre Räte, das Agieren von SPD, USPD und MSPD, von KPD und Spartakus, auf Räterepubliken und das Vorgehen der Konterrevolution - ein historisches Panorama mit dem Schwerpunkt Berlin wurde vom Referenten ausgebreitet. Berlin im März 1919: Gerüchte von der Ermordung dutzender Polizisten, bewaffnete Straßenkämpfe, Einsatz von Kanonen in Mietshausvierteln, willkürliche standrechtliche Erschießungen.
    Und die Errungenschaften dieser wichtigen, oft unterschätzten Epoche der deutschen Geschichte wurden wieder ins Gedächtnis gerufen, zu denen die Abschaffung des Drei-Klassen-Wahlrechts und die Einführung des Wahlrechts für Frauen gehörten.
  • 1. Juni 2019 - Rudolf Rogler
    Die Großsiedlung Britz - eine linke Geschichte? - Ihre Entstehung und ihre bekannten Bewohner
    Auf einem Rundgang durch die Häuserreihen der Stavenhagener und Liningstraße, Schleichwege zwischen Gärten zur Fritz-Reuter-Allee und zur Hufeisensiedlung erfuhren wir die unterschiedlichen Konzepte von Bruno Taut und Martin Wagner, auf dem Gebiet des ehemaligen Rittergutes Britz im Berliner Bezirk Neukölln eine Siedlung mit etwa 2.000 Wohnungen entstehen zu lassen. Bruno Taut als verantwortlicher Architekt und Stadtplaner entwickelte zusammen mit Stadtbaurat Martin Wagner das stadtplanerische Konzept der Hufeisensiedlung. Beide Anhänger des Neuen Bauens wollten industrielle Arbeitsmethoden im großen Stil auf das Bauwesen übertragen. Typisierte Wohnungen und Gebäude sowie Großproduktion sollten dessen Vorteile herausstellen.
    Trotz hoher Dichte und Betonung des Stadtraumes wurde den Grün- und Freibereichen ein hoher Stellenwert eingeräumt. Das rund 350 Meter lange, aus mehreren gleichartigen Modulen hufeisenförmig gebogene Hauptgebäude umschließt einen Pfuhl, eine eiszeitliche Grundwassersenke. Hier wohnten Mitglieder von SPD, KPD, NSDAP, auch Anarchisten und Juden: Erich Mühsam, Heinrich Vogler, Robert Liebknecht, Adolf Eichmann u.a.
  • 11. Oktober 2019 - Dr. Daniel Klingenfeld, MPP, M.Sc.
    Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
    Im Institut führte uns der Referent, dort tätig als Leiter des Stabes der Direktoren, durch den energieoptimierten Neubau "Kleeblatt" (Einweihung 28.09.2015) mit dem Hochleistungs-rechner, der zu den 400 schnellsten weltweit gehört. Das Hauptgebäude des PIK ist das historische Michelson-Haus. Dieses wurde 1879 als Hauptsitz des königlichen Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam in Betrieb genommen. Das PIK wurde 1992 gegründet und ist privatrechtlich als gemeinnütziger eingetragener Verein organisiert. Gründungsdirektor war der Professor für Theoretische Physik Hans Joachim Schellnhuber, der das Institut bis September 2018 führte. Das PIK beschäftigt über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind zwei Drittel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ein Drittel wissenschaftsunterstützendes Personal. Das PIK ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und wird zu etwa gleichen Teilen von Bund und Land finanziert. Im Jahr 2018 erhielt das Institut insgesamt etwa 12,0 Millionen Euro institutioneller Förderung, dazu kamen etwa 11,4 Millionen Euro Drittmittel für Forschungsprojekte. Das PIK untersucht wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den Bereichen Globaler Wandel, Klimawirkung und Nachhaltige Entwicklung. Natur- und Sozialwissenschaftler erarbeiten interdisziplinäre Einsichten, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen. Die wichtigsten methodischen Ansätze am PIK sind System- und Szenarienanalyse, quantitative und qualitative Modellierung, Computersimulation und Datenintegration.
  • 2. November 2019 - Anja Pick
    Führung über den jüdischen Friedhof Weissensee
    Der jüdische Friedhof Weißensee ist mit 43 Hektar größter jüdischer Friedhof Europas mit mehr als 115.000 Beerdigungen bisher. Bereits im Jahr 1880 wurde er als Begräbnisplatz der Jüdischen Gemeinde zu Berlin angelegt. Zugleich ist er eindrucksvolles Dokument deutscher Kulturgeschichte, erhaltenswertes kulturelles Erbe und Mahnmal für die Zukunft. Es gab Erläuterungen zur Friedhofsordnung und zur Bedeutung verschiedener Areale. Wir besuchten einige besondere Gräber wie die der Familien Mosse und Kempinski sowie auch das romantischste und das ungewöhnlichste Grab. Der Friedhof spiegelt in besonderer Weise die Geschichte der Juden in Deutschland wider, die einerseits gesellschaftliche Anerkennung suchten und andererseits sich mühten, ihre Traditionen zu bewahren. Auf traditionellen jüdischen Friedhöfen wird die Gleichheit der Menschen im Tode durch gleich hohe, schmucklose Grabsteine symbolisiert. Die einfachen Steine bewirken mit ihrer beruhigenden Monotonie eine schlichte Monumentalität als Gesamteindruck. Weiterhin ist die Grabstätte im jüdischen Glauben unantastbar und wird folglich nicht neu belegt. Auf dem Friedhof in Weißensee besteht ebenfalls ewiges Ruherecht, aber in der Gestaltung der Grabstätten übernehmen die sich assimilierenden Juden die zu Wilhelminischen Zeiten auf deutschen Friedhöfen übliche, überladene Gestaltung.

6. Außenkontakte

Die BERLINER AKADEMIE ist institutionelles Mitglied der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) und deren Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAGWiWA) sowie von European Federation of Older Students (EFOS). Diese Beteiligung am Informationsaustausch der deutschen und zahlreicher europäischer Universitäten und Hochschulen auf dem Gebiet der Weiterbildung für Senioren ermöglicht das Lernen von Erfahrungen und Ideen anderer Einrichtungen.
An der Universität Ulm, 1967 gegründet und die jüngste Universität in Baden-Württemberg mit rund 10.000 Studierenden, fand die Jahrestagung der DGWF vom 18. bis 20. September 2019 statt zum Thema "The Digital Turn - Mediales Lernen in der wissenschaftlichen Weiterbildung".
Die Jahrestagung der BAGWiWA wurde in der Zeit vom 27. Februar bis 1. März 2019 an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster ausgerichtet zum Thema "Alter schafft Wissen - Forschendes Lernen und Citizen Science in der wissenschaftlichen Weiterbildung Älterer".
Seit mehr als zwei Jahrzehnten kooperiert die Berliner Akademie mit pro seniores - Verein zur Förderung der Seniorenuniversität Berlin e.V., der im Jahr 1995 gegründet wurde. Gemeinsam mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin werden Vorlesungen im Wechsel von pro seniores und Berliner Akademie auf dem Campus Virchow-Klinikum in Wedding angeboten. In regelmäßigen Gesprächen werden Überlegungen zur Fortentwicklung der Charité-Vortragsreihe angestellt wie auch Möglichkeiten zum Ausbau der Zusammenarbeit erörtert.


Der Vorstand

Ferdinand Nowak, Traugott Klose, Carl Brodersen, Maria Romberg, Margot Weiß

Rechenschaftsbericht 2019

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