Mitgliedertreffen

Einladung zu den Mitgliedertreffen

Jeden ersten Sonnabend im Monat (außer Sommermonate)
im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin,
Unter den Linden 6, 10117 Berlin.
Gäste sind willkommen.



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,


hätten Sie sich vor zwölf Monaten, also Mitte Dezember 2019, vorstellen können, was uns das Jahr 2020 bringen wird? Wir erleben eine Zeit, wie sie von uns allen noch nie erlebt wurde. Corona hat uns, hat die ganze Welt vor Herausforderungen und Unsicherheiten gestellt, die alle meine Vorstellungen gesprengt haben. Unsere Gesellschaft hat sich dadurch verändert. Unsere Lebens- und Alltagsgewohnheiten blieben nicht unberührt.

Es ist nicht einfach dahingesagt, dass jede Krise auch Chancen bietet. Was ist mir wichtig, was mag ich, was will ich und was bedeuten mir Familie und Freundeskreis - diese Fragen haben sicher jeden von uns umgetrieben.

Planungen für Treffen und Reisen, für Theater und Kino, und ja, natürlich auch für wissenschaftliche Weiterbildung - für so viele Vorhaben wurden Planungen und Vorbereitungen hinfällig. Das betrifft auch uns, die BERLINER AKADEMIE für wissenschaftliche Weiterbildung e.V.

Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten sollte auch in diesem Jahr die BERLINER SOMMER-UNI stehen. Gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin hatten wir schon im Jahr 2019 mit den Vorbereitungen zum Thema Globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit - Anstöße aus Wissenschaft und Technik begonnen und wir kamen gut voran. So hatten wir bereits die Zusagen für alle Termine an den Vormittagen, darunter für den Eröffnungsvortrag am Montag von Prof. Dr. Gesine Schwan für das Thema, was globale Gerechtigkeit ist und wie sie gestaltet werden kann. Und den Abschluss am Samstag sollte der Beitrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies mit dem Vortrag Künstliche Intelligenz - wer trägt eigentlich die Verantwortung? bilden.

Inhaltlich sollte es kurz gesagt darum gehen, warum die Erde unseren Way of Life nicht verkraftet. Ressourcen wie Boden, Luft, Wasser und Rohstoffe sind begrenzt und bereits 1973 hat der Club of Rome uns auf die Grenzen des Wachstums hingewiesen. Wir brauchen Alternativen für Stadtentwicklung und Mobilität, bei regenerativen Energien und nachhaltigem Konsum, für ökologisches Wirtschaften.

Mitte März überraschte uns die Corona-Zeit und damit der Präsenznotbetrieb der Berliner Universitäten. Wir kamen nicht mehr in unsere Geschäftsstelle und wir bekamen auch keine Räume für Mitgliedertreffen. Doch wir arbeiten an der Vorbereitung der 35. BERLINER SOMMER-UNI 2021, denn eines ist sicher: diese Fragen werden uns auch im Jahr 2021 bewegen. Deswegen kamen wir gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin überein, das vorbereitete Programm im nächsten Jahr zu realisieren. Wenn Sie gern wissen möchten, welche Themen Sie dann erwarten können: das Ankündigungsfaltblatt finden Sie auf unserer Homepage.

Die gewohnten Treffen im Kreis unserer Mitglieder wurden durch Corona auf drei begrenzt. Den Jahresauftakt bildete am 25. Januar unsere Mitgliederversammlung. Auf dem Mitgliedertreffen am 7. März stellte uns der Autor und Mitherausgeber Jan Wenzel sein Buch Das Jahr 1990 freilegen vor, das einen einzigartigen Blick auf die Wendezeit gestattet. Das Buch will Erfahrungen und Erlebnisse von vor 30 Jahren aufleben lassen. Dazu bedienen sich die Autoren aus unterschiedlichen Quellen: Archivmaterial wie Texte aus Runden Tischen, vielen Fotos und Geschichten. Anschaulich aufbereitet durch die für gute Lesbarkeit sorgende Gestaltung von Alexander Kluge, durch ausgewählte Werbeanzeigen aus dem Jahr, dem Hinweis auf Aufhebung des Telefonmonopols, der Freigabe des Internets und durch das literarische Zeugnis von Martin Gross lässt das Buch das Jahr 1990 wie in einem Kaleidoskop auferstehen. Es ist eine hervorragende Geschichtsquelle. Für das Werk gab es 2019 den Deutschen Verlagspreis in Frankfurt/Main. Falls Sie also noch auf der Suche nach einem Geschenk sein sollten...

Und Corona-bedingt planten wir im Vorstand dann im zweiten Halbjahr Mitgliedertreffen an der frischen Luft. Damit waren (und sind) wir von der Normalität unseres Vereinslebens zwar weit entfernt, aber man will sich ja nicht unterkriegen lassen. Mit einem Mitgliedertreffen am 10. Oktober im Militärstädtchen Nummer 7 in Potsdam hatten wir einen Anlauf für Veranstaltungen in Zeiten von Corona unternommen; erfreulich war die Teilnahme und die Resonanz sehr positiv. Als Deutschlandsitz der sowjetischen Militärspionageabwehr war es neben der Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Berlin-Karlshorst der wichtigste nachrichtendienstliche Vorposten an der Nahtstelle zu Westeuropa. Die ersten Gebäude im Areal beschlagnahmte die Militärspionageabwehr beim Einmarsch der Roten Armee im April 1945. Den Bewohnern der Häuser blieben in der Regel nur wenige Stunden, um ihre Wohnstätten zu räumen. Der Standort umfaßte auf 16 Hektar circa 100 Gebäude. Der Geheimdienst nutzte sie als Büros, Werkstätten und Lager sowie als Wohnraum für das Personal und deren Angehörige. Am 5. Dezember 2008 wurde die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam gegründet, um an das im ehemaligen Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes in der Leistikowstraße 1 in Potsdam geschehene Unrecht und die Opfer zu erinnern. Das Haus wird insbesondere für Zwecke der politischen Bildung und der Förderung des demokratischen Gemeinwesens genutzt. Hierzu gehören Führungen durch das historische Areal der Geheimdienststadt.

Leider konnten und können wir die Reihe nicht wie geplant fortsetzen: Die schon vorbereiteten nächsten Treffen am 7. November sowie am 5. Dezember haben wir nach dem Grundsatz Kontakte verringern heißt Infektionen verhindern abgesagt. Im Lauf des Jahres hatten wir im Vorstand auch überlegt, unsere Arbeit in digitaler Form fortzuführen: als Online-Vorlesung oder Webinar, als Videokonferenz oder mit welcher Plattform auch immer. Vor allem zwei Argumente brachten uns davon ab: einerseits verfügen wir als Verein mit Ehrenamtlern nicht über die entsprechenden Ressourcen (wie beispielsweise Universitäten mit ihren Apparaten), andererseits entspricht das nicht dem Charakter unserer Vereinsarbeit, die sich eben auch durch analoges Miteinander auszeichnet.

Unsere Mitgliederversammlung hatten wir für Samstag, den 23. Januar 2021 geplant (da in Berlin vom 1. bis 6. Februar 2021 Schulferien sein werden, hatten wir bewusst nicht den 30. Januar vorgesehen). Doch keiner kann heute sagen, ob ein Präsenz-Treffen auf Grund der Corona-Situation dann möglich sein wird und welche Lockerungen oder Beschränkungen den Rahmen dafür bilden werden. Mein Gefühl sagt mir, wir werden einen späteren Termin ins Auge zu fassen haben. Und wer in unsere Vereinssatzung schaut, wird in § 7 (1) den Hinweis finden, die Mitgliederversammlung sei spätestens bis zum 30. Juni durchzuführen - na, das sollte doch gelingen!

Aus dem Kreis unserer Mitglieder höre ich immer wieder, wie gut ein Besuch auf unserer Website tun kann. Dort finden Sie zum Nachhören Links zu Vorträgen vergangener Sommer-Unis, die auf Deutschlandfunk NOVA ausgestrahlt wurden. Und ich kann Ihnen versichern: Vieles ist nach wie vor aktuell! Einige Beiträge können auch nachgelesen werden; dazu gehören auch Rückblicke zu den einzelnen Sommer-Unis. Und mit einem Blick auf die Fotos sind Sie wieder mitten in der erbaulichen und erfreulichen Atmosphäre...

Und noch eine Anregung: auf unserer Website finden sich von Zeit zu Zeit aktuelle Hinweise, auch zu Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung in der digitalen Welt. Erbauliches können Sie dort ebenfalls entdecken - so läßt Traugott Klose erneut Palmström zu Wort kommen, diesmal zur zweiten Welle der Pandemie.

Gern nennt man zum Abschluss auch etwas Erfreuliches: zum Januar wird unsere Geschäftsstelle wieder besetzt sein. Aus dem Kreis unserer Mitgliedschaft konnten wir Manuela Thürer dafür gewinnen, unseren "Laden am Laufen zu halten". Nähere Informationen erhalten Sie dann im Januar.

Eines ist sicher: diese Tage, Wochen, Monate werden wir nie wieder vergessen. Und bisher haben wir uns wohl noch nie gegenseitig so regelmäßig bleiben Sie gesund gewünscht. Belastbare Planungen für die nächste Zeit können wir gegenwärtig nicht vorstellen. Wie es weitergeht, hängt allein von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. Und die wiederum auch von uns!

Es ist die Vorweihnachtszeit und wohl in jeder Familie wird darüber nachgedacht, wie, wo, in welchem Kreis die Feiertage erlebt werden sollen. Treffen Sie die richtigen Entscheidungen - und bleiben Sie gesund!

Ich freue mich, wenn ich Sie nach Aufhebung der jetzt gebotenen Einschränkungen wieder gesund und munter begrüßen kann. Bleiben Sie uns, dem Verein, gewogen und in ehrenamtlicher Unterstützung verbunden - hier geht mein Dank besonders an die vielen Helferinnen und Helfer.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen eine gesunde, besinnliche und aufbauende Weihnachtszeit und grüße Sie herzlich


Ferdinand Nowak
Vorsitzender


Nächste Termine:
Samstag den
06.03.2021

Berichte von unseren Mitgliedertreffen

Mitgliedertreffen am 10.10.2020, Thema: Das Militärstädtchen 7 in Potsdam

Ein Rundgang durch das Militärstädtschen Nummer 7  in Potsdam


Als Deutschlandsitz der sowjetischen Militärspionageabwehr war es neben der Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Berlin-Karlshorst der wichtigste nachrichtendienstliche Vorposten an der Nahtstelle zu Westeuropa. Die ersten Gebäude im Areal beschlagnahmte die Militärspionageabwehr beim Einmarsch der Roten Armee im April 1945. Den Bewohnern der Häuser blieben in der Regel nur wenige Stunden, um ihre Wohnstätten zu räumen. Der Standort umfaßte auf 16 Hektar circa 100 Gebäude. Der Geheimdienst nutzte sie als Büros, Werkstätten und Lager sowie als Wohnraum für das Personals und deren Angehörige.

Am 5. Dezember 2008 wurde die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam gegründet, um an das im ehemaligen Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes in der Leistikowstraße 1 in Potsdam geschehene Unrecht und die Opfer zu erinnern. Das Haus wird als Gedenk- und Begegnungsstätte insbesondere für Zwecke der politischen Bildung und der Förderung des demokratischen Gemeinwesens genutzt. Hierzu gehören Führungen durch das historische Areal der Geheimdienststadt, auf denen erhaltene Spuren, bauliche Relikte und Gebäude, wie der ehemalige Deutschlandsitz der sowjetischen Militärspionageabwehr und das Wohnhaus der Geheimdienstchefs gezeigt werden. Eine ebenso inhaltsreiche wie auch überzeugende Führung von circa einer Stunde Dauer durch das Areal bereitete für die Teilnehmer das Thema bestens auf und führte zu vielen Nachfragen und Diskussionen.

Mitgliedertreffen am 7.03.2020, Thema: Das Jahr 1990 freilegen.

Buchvorstellung durch den Mitherausgeber und Autor Jan Wenzel.


Es war ein sehr anregendes Mitgliedertreffen, denn es erlaubte eine Zeitreise in das Jahr 1990.

Das Buch will Erfahrungen und Erlebnisse von vor 30 Jahren aubeben lassen. Dazu bedienen sich die Autoren aus unterschiedlichen Quellen: Archivmaterial wie Texte aus Runden Tischen, vielen Fotos und Geschichten. Anschaulich aufbereitet durch die für gute Lesbarkeit sorgende Gestaltung von Alexander Kluge, durch ausgewählte Werbeanzeigen aus dem Jahr, dem Hinweis auf Aufhebung des Telefonmonopols, der Freigabe des Internets und durch das literarische Zeugnis von Martin Gross lässt das Buch das Jahr 1990 wie in einem Kaleidoskop auferstehen. Es ist eine hervorragende Geschichtsquelle.

Für das Werk gab es 2019 den Deutschen Verlagspreis in Frankfurt/Main.

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